Historisch gewachsene Energiesysteme basieren auf klar definierten strukturellen Prinzipien, die maßgeblich durch die Eigenschaften fossiler Energieträger geprägt sind.
Diese Systemlogik bestimmt sowohl den Aufbau der Infrastruktur als auch die Art der Systemführung und Koordination.
Fossile Energiesysteme sind durch folgende Merkmale gekennzeichnet:
Diese Prinzipien bilden die Grundlage für ein stabiles und gut steuerbares Gesamtsystem.
Die Energieerzeugung erfolgt überwiegend in großen, zentralen Anlagen:
Diese Struktur ermöglicht eine direkte Steuerung des Systems über die Erzeugungsseite.
Die verschiedenen Energiesektoren sind weitgehend unabhängig organisiert:
Zwischen diesen Sektoren bestehen nur geringe Kopplungen, wodurch die Komplexität reduziert wird.
Die Systembalance wird primär durch Anpassung der Erzeugung erreicht:
Diese Logik setzt steuerbare und jederzeit verfügbare Energiequellen voraus.
Die ökonomische Struktur basiert auf den Kosten der eingesetzten Energieträger:
Der Einsatz von Kraftwerken wird über Preissignale koordiniert, wobei Kraftwerke als Produzenten 'Verkaufsgebote' an der Strombörse abgeben. Diese Gebote bestehen aus einer Preis-Mengenkombination und geben an, ab welchem Preisniveau die jeweiligen Kraftwerke zu produzieren bereit sind. In Kombination mit einer starren Nachfrage lässt sich der Markt grafisch in Form einer Angebots- und Nachfragekurve darstellen

Der ‚marginale Produzent‘ bestimmt den Preis
Interpretation Markt als Optimierungsproblem
Durch die Kombination dieser Eigenschaften ergibt sich ein weitgehend deterministisches Systemverhalten:
Das System kann durch wenige zentrale Akteure stabil betrieben werden.
Die Abbildung zeigt einen beispielhaften zeitlichen Verlauf der Nachfrage (z.B. stündlich) über ein Jahr. Diese Nachfrage lässt sich auch als Dauerlinie darstellen.

Zur Verfügung stehen drei verschiedene Technologien zur Deckung der Last
Gesucht ist der kostengünstigste Kapazitätsmix, um die Nachfrage in allen Stunden zu decken. Der optimale Kapazitätsmix kann demnach wie folgt bestimmt werden: Reihung der verschiedenen Technologien nach
Kombiniert man die zu deckende Nachfrage als Dauerlinie mit den zur Verfügung stehenden Technologien und ihren Kosten, ergibt sich folgendes Bild

Das Ergebnis der 'Optimierung' lautet
Intuitive Herleitung Optimum
Bezogen auf eine Leistung ist für x Stunden Gas die günstigste Technologie
Zwischen A und B ist Kohle die günstigste Technolgie
Die beschriebenen Eigenschaften führen jedoch auch zu strukturellen Einschränkungen:
Diese Grenzen werden im Kontext der Transformation zu erneuerbaren Energiesystemen zunehmend relevant.