Das Stromnetz bildet die physische und operationelle Grundlage für die Integration und den Ausgleich von Energieflüssen im Energiesystem.
Es ist hierarchisch strukturiert und erfüllt unterschiedliche Funktionen auf verschiedenen Ebenen. Mit der Transformation des Energiesystems verändert sich sowohl die Rolle des Netzes als auch die Verteilung der Systemverantwortung.
Das Stromsystem lässt sich in zwei zentrale Ebenen gliedern:
Diese Ebenen unterscheiden sich sowohl technisch als auch hinsichtlich ihrer Funktion im Gesamtsystem.
Das österreichische Stromnetz ist in sieben Netzebenen unterteilt. Diese Einteilung beschreibt die Struktur des Systems vom überregionalen Transport bis zur Versorgung von Endverbrauchern.
Jede Netzebene erfüllt eine spezifische Funktion innerhalb des Gesamtsystems und ist Bestandteil der abgestuften Weiterleitung elektrischer Energie vom Kraftwerk zum Verbraucher.
Grundsätzlich wird unterschieden zwischen:
| Netzebene | Funktion | Typ |
|---|---|---|
| NE1 | Höchstspannung | Transport |
| NE2 | Umspannung Höchst-/Hochspannung | Transformation |
| NE3 | Hochspannung | regionale Verteilung |
| NE4 | Umspannung Hoch-/Mittelspannung | Transformation |
| NE5 | Mittelspannung | regionale Versorgung |
| NE6 | Umspannung Mittel-/Niederspannung | Transformation |
| NE7 | Niederspannung | Endverbrauch |
Die Netzebene 1 bildet die oberste Ebene des Stromsystems und dient dem großräumigen Transport elektrischer Energie.
Diese Ebene entspricht dem klassischen Übertragungsnetz.
Diese Ebene umfasst die Umspannwerke zwischen Höchstspannung und Hochspannung.
Diese Ebene ist technisch notwendig, um Energie effizient in nachgelagerte Netze einzuspeisen.
Die Netzebene 3 dient der regionalen Verteilung großer Energiemengen.
Diese Ebene stellt die Verbindung zwischen überregionalem Transport und regionaler Verteilung dar.
Diese Ebene umfasst Transformatoren zwischen Hoch- und Mittelspannung.
Sie bildet eine zentrale Schnittstelle zwischen regionaler und lokaler Versorgung.
Die Mittelspannungsebene ist zentral für die regionale Energieverteilung.
Spannung: typischerweise 10–30 kV
Versorgung von:
Diese Ebene gewinnt mit der Energiewende stark an Bedeutung.
Diese Ebene umfasst lokale Trafostationen.
Diese Umspannpunkte sind räumlich stark verteilt und befinden sich meist nahe beim Verbrauch.
Die Netzebene 7 stellt die unterste Ebene dar und ist direkt mit den Endverbrauchern verbunden.
Feinverteilung der Energie bis zum Endverbraucher
Anschluss von:
Diese Ebene ist die Schnittstelle zwischen Energiesystem und Gesellschaft.
Die sieben Netzebenen bilden gemeinsam eine hierarchische Struktur:
Mit der Energiewende verändert sich diese Logik:
Damit verschiebt sich ein wesentlicher Teil der Systemdynamik von den oberen in die unteren Netzebenen.
Das Übertragungsnetz dient dem großräumigen Transport elektrischer Energie.
Das Übertragungsnetz ist damit zentral für die Stabilität des gesamten Stromsystems.
Das Verteilnetz verbindet das Übertragungsnetz mit Endverbrauchern und dezentralen Erzeugungsanlagen.
Mit der Energiewende verlagert sich ein wesentlicher Teil der Systemdynamik in das Verteilnetz.
Die Stabilität des Stromsystems basiert auf klar definierten Verantwortlichkeiten zwischen zentralen Akteuren.
Der TSO trägt die Verantwortung für die Systemstabilität auf übergeordneter Ebene.
Zentrale Aufgaben:
Der DSO verantwortet den sicheren Betrieb des Verteilnetzes.
Zentrale Aufgaben:
Mit zunehmender Dezentralisierung gewinnt die Rolle des DSO deutlich an Bedeutung.
Die Transformation des Energiesystems führt zu neuen Herausforderungen zwischen den Netzebenen:
Diese Spannungsfelder sind eine direkte Folge von Dezentralisierung und Elektrifizierung.
Im fossilen Energiesystem war das Netz primär eine Transportinfrastruktur.
Im erneuerbaren System verändert sich diese Rolle grundlegend:
Das Netz wird damit zu einem aktiven Bestandteil der Systemführung.
Aus der veränderten Struktur ergeben sich zentrale Anforderungen:
Diese Anforderungen können mit rein zentral organisierten Systemlogiken nicht mehr ausreichend erfüllt werden.